Sonntag, 18. Mai 2008

Frühlingsgedicht



Im Frühling, wenn die Knospe platzt
und die jungen Triebe keimen
will ich, wie jeder Fabulus,
die schöne Welt zusammenreimen.

Ich wandel unter blauem Himmel
und warte auf den Musenkuss,
weil jedes große Dichterwort
unweigerlich sich reimen muss.

Die Amsel badet in der Pfütze,
ein Pilz steht stolz am Waldeshain,
ein Bussard seine Kreise zieht,
nur mir fällt überhaupt nichts ein.

Ich schieb die Worte hin und her,
da kommt etwas von oben,
ich glaub, es ist ein Vogelschiss,
man soll den Frühling loben!

Ein Schöngeist läßt sich nicht beirren,
es drängt die Poesie,
ich stolper über einen Ast,
jetzt schmerzt auch noch mein Knie.

Bald seh ich es, das große Loch
in meiner neuen Jacke,
dann spür ich einen großen Schmerz,
es ist die Mücke auf der Backe.

Doch weils mich nach Erfüllung drängt,
spür ich auch Regen nicht,
jetzt stürm es schon, es peitscht der Wind,
ich schreibe mein Gedicht!

Wie flüchtig ist die Poesie,
vom Regen meine Haare triefen,
mein Blatt wird langsam regenschwer
und statt zu reimen muss ich schniefen.

Mich fröstelt jetzt, es brodelt schon,
die Wut in meinem Bauch
ich nehme jetzt ein heißes Bad,
denn kalte Füße hab ich auch.

Ach, der Frühling kann mich mal
ich glaub, es ist gescheiter,
ich lass die ganze Dichterei
und schreib im Sommer weiter.

So läßt sich eben nicht bestreiten,
auch der Frühling hat zwei Seiten!

Cornelia Rose

Samstag, 17. Mai 2008

Der letzte Satz



Das letzte Blatt, der letzte Satz, das letzte Wort...

Am Ende eines wundervollen Buches angekommen zu sein ist für mich jedes Mal eine schmerzliche Angelegenheit. Das habe ich schon als Kind so empfunden. Ich habe es nicht einfach gelesen dieses Buch, ich habe mitgelebt. Ich war dabei, wenn sich Dramen abspielten, Liebesromanzen das Herz bewegten oder das Leben ruhig und leise dahin plätscherte. Ich habe mitgekämpft, mitgelacht, mitgetrauert und mitgeliebt. Ich kenne sie alle persönlich, die Menschen, die mich für einige Tage, einige Wochen mit in ihre Welt genommen haben. Ich habe in ihren Häusern gewohnt, an ihren Tischen gesessen, mit ihnen gelacht, geweint, sie verstanden oder mich über sie gewundert. Ich höre ihre Stimmen, kenne ihren Tonfall und verfolge ihre Bewegungen. Ich weiß was in ihrem Kleiderschrank hängt und welches Parfum sie benutzen. Ich höre zu wenn sie musizieren und summe leise mit. Manchmal belausche ich sie heimlich und kichere leise. Ab und zu verreise ich und kehre erst nach einigen Tagen zurück, aber alle haben sie auf mich gewartet...



Doch unvermeidbar nähert sich der Augenblick, ab dem es mir langsam mulmig wird. Ich fühle mich wie jemand, der gleich den besten Freund zum Bahnhof bringt und nicht weiß ob er ihn je wieder sieht. Aber ich komme nicht drumherum, ich muss umblättern und dann ist es plötzlich da, das letzte Blatt, das letzte Wort. Und unvermittelt fühle ich mich verlassen, allein und einsam. Wo sind sie hin, all die Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind und mit mir eine Weile ihr Leben geteilt haben? Wie geht ihre Geschichte weiter? Kann eine Geschichte zu Ende sein, solange sich die Erde noch dreht? Nein, ganz bestimmt nicht, der Autor hat nur an einer bestimmten Stelle den Stift zur Seite gelegt. Das ist es.

Und dann bin ich wieder in meiner eigenen Wirklichkeit, und in diesem Moment ist sie traurig und leer. Ich brauche meine Zeit.



Aber dann, ein paar Tage später mache ich mich wieder auf. Klopfe irgendwo an die Türe und bitte um gefällige Gastfreundschaft und da sind sie wieder, neue Menschen, neue Welten, neue Schauplätze. "Komm, komm mit.", höre ich geheimnisvolle Stimmen flüstern. Und ich komme mit. Wenn ich Glück habe fühle ich mich wie zu Hause und schließe neue Freundschaften. Und an den Abschied, an den denke ich jetzt noch nicht.

Samstag, 3. Mai 2008

Morgenwiese



Und es glitzert auf der Wiese,
wenn die Sonne steigt im Osten,
eine leichte Morgenbrise
läßt mich dieses Leben kosten.

Diese Farben, diese Düfte
und der Gräser zartes Wehen,
Vögel zwitschern durch die Lüfte,
Wolken fliegen und vergehen.

Fühlen, spüren, leises Staunen,
fröhlich, frische Morgenstunden,
hör ein kleines Bächlein raunen,
bin im Herzen tief verbunden.

Höre Zwerge, Geister, Faune,
flüstern, wispern, pfeiffen,
alle haben gute Laune
und die Elfen tragen Schleifen.

Sinnlich schwingt die Schaukelfee
unter einem Baum,
und der saftig, grüne Klee,
glänzt im Morgentraum.

Möchte nicht nach Hause gehen,
möchte noch verweilen,
nur auf dieser Wiese stehen
und die Freude teilen.

Cornelia Rose

Sonntag, 27. April 2008

Marguerite Duras - Eine Poetin und ihr Haus

Ich habe dieses Buch vor einem Jahr von meiner Freundin Sandra geschenkt bekommen!
Ein Juwel!

Bevor ich beginne die Fabulierkünstler und ihre Domizile vorzustellen möchte ich die beiden Gestalterinnen des Buches erwähnen:

Francesca Premoli-Droulers ist Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat die Texte verfasst.
Erica Lennard, eine renommierte Fotografin, spezialisiert auf Mode und Einrichtung, hat die Häuser ins rechte Licht gesetzt.

Lassen wir sie zu Wort kommen:

"Das Haus spielt eine bedeutsame Rolle im Leben eines Schriftstellers. Es gibt seinen Erinnerungen eine Ordnung, besänftigt seine Ängste und belebt seine Gedanken. Oft schwingt sich die Phantasie in diesen vier Wänden zu fernen Horizonten auf. Es ist ein Ort der Inspiration und wird für jene, die sich zum Baumeister berufen fühlen, zu einem Gegenstand der Schöpfung, zu einem weiteren Werk, das ebenso sinnbildlich ist wie ihr künstlerischer Werdegang. ..."

Marguerite Duras

Die Autorin des Prologs hat die Geheimnisse ihres Hauses in Neauphle-le-Chateau enthüllt.


Ich war allein in diesem Haus. Ich habe mich hier eingeschlossen, gewiß, ich hatte auch Angst. Und ich habe es geliebt. Dieses Haus ist das Haus des Schreibens geworden. Meine Bücher sind aus diesem Haus hervorgegangen...


In einem Haus ist man allein. Und nicht außerhalb, sondern innerhalb des Hauses. Im Park gibt es Vögel, Katzen. Aber auch mal ein Eichhörnchen, ein Frettchen. Man ist nicht allein in einem Park. Im Haus aber ist man so allein, dass man manchmal davon irre wird...


Ich habe begriffen, dass ich als Person allein mit meinem Schreiben, allein sehr weit weg von allem war. Das hat vielleicht zehn Jahre gedauert, ich weiß nicht mehr, ich habe selten die Zeit gezählt, die ich mit Schreiben verbracht habe, oder überhaupt die Zeit. Ich habe die Zeit gezählt, die ich mit Warten auf Robert Antelme und Marie-Louise, seine jüngere Schwester, verbracht habe. Danach habe ich nichts mehr gezählt...


Man findet die Einsamkeit nicht, man stellt sie her. Einsamkeit stellt man alleine her. Ich habe sie hergestellt. Weil ich beschlossen habe, dass ich hier allein sein sollte, dass ich hier allein wäre um Bücher zu schreiben. So ist es geschehen...


Das Haus tröstet mich über all mein Kinderleid hinweg. Als ich es kaufte habe ich sehr schnell gewußt, dass ich etwas Wichtiges für mich und etwas Endgültiges getan hatte...


Dieses Haus ist das Haus des Schreibens geworden. Meine Bücher sind aus diesem Haus hervorgegangen. Und aus diesem Licht des Parks...


Jetzt ist es ein Haus für alle Jahreszeiten geworden. Und ich habe es auch meinem Sohn übergeben. Es gehört uns beiden. Er hängt ebenso an ihm wie an mir, glaube ich jetzt.
Er hat alles von mir im Haus behalten. Ich kann dort auch noch allein sein. Ich habe meinen Tisch, mein Bett, mein Telefon, meine Bilder und meine Bücher. Und Drehbücher meiner Filme. Und wenn ich in dieses Haus gehe, ist mein Sohn darüber sehr glücklich. Dieses Glück meines Sohnes, das ist jetzt das meines Lebens.

Liebe Musentöchter, von Zeit zu Zeit werde ich weitere Orte des Schreibens und der Erinnerungen vorstellen.

Freitag, 25. April 2008

Frühlingsgefühle

Bitte mal genau hinschauen...

diese Taubendame sitzt seit gestern in ihrem neu gebauten Nest.


Ab und zu kommt Herr Täuberich um nach dem Rechten zu sehen und bringt Futter.

Ich hoffe, dass Mogli die beiden mit seinen Balkonbesuchen nicht vertreibt. Ich würde so gerne von den Kleinen berichten und den Eltern ruhige Brutzeiten wünschen. Im letzten Jahr saß an der gleichen Stelle eine Amselmama. Nachdem drei Junge geschlüpft waren kam die Katze. Nein, nicht Mogli. Der alte Herr läuft in der Zwischenzeit jeder Maus davon:-). Ich werde wohl ein Gitter am Stamm anbringen. Alle guten Wünschen den Beiden und dem was da kommen soll!

Freitag, 18. April 2008

Wenn der Postmann einmal klingelt.


Ich war krank,
ganz müde, ganz matt.


Aber dann hat jemand an mich gedacht!


und was ganz Leckerem, hmmmm...


und mit der zauberhaften "Tilda".


Bin schon fast wieder fit, weil ichs kaum abwarten kann loszulegen...


Danke, allerliebste Freundin!

Mittwoch, 16. April 2008

La vie en rose

Unglaublich, als ich heute Morgen in meiner Wohnung auf Spurensuche war wollte der Rosenrausch kein Ende nehmen.

Viola, c´est ma vie!

Mein rosiger Fensterblick.


zwei Rosenkissen ...


und "Blümchen" kamen direkt aus der Kunstwerkstatt "herzensart"


Teatime...


im Rosenlicht.


Erinnerung an die Großeltern:
Walter schenkt Paula ein Medaillon.


In meiner Schreibwerkstatt:
Klein Bär bewohnt eine Rosenkiste und...


bestaunt die Ostsee-Erinnerungen.


Auch schwedische Rosen blühen in Eching:-)


Memories:
Papas Lieblingstasse...


und das rosige Erbstück meiner wundervollen Tante Gisela.


Röschen vom Flohmarkt auf Kanne, Tassen und...


einem Ölbild.


Auch im Schlafzimmer:
Unter einem Kranz aus Rosen...


gut gebettet.


Heute Morgen geschenkt bekommen!
Danke Katharina!


Ich wünsche Euch allen "Rosige Zeiten!"


Samstag, 12. April 2008

Von Puppen, Clowns und Kinderwelten



Hereinspaziert!

Hereinspaziert!


Hier wurden sie lebendig...


all die Holzköpfe...


die Schöne...


und der Dicke...


Hasen, Pferde...


und zauberhafte Schwäne.


Ein Gruß an Püppilottchen:


"So sah das wohl damals aus."


Die nostalgische Kunst des Scherenschnitts.


Mut zur Figur!


Leider ...


hat sich keiner der Anwesenden zur Demonstration zur Verfügung gestellt.


Bis sich diese Dame überreden ließ!


Auf Wiedersehen an der Ostsee?

Dienstag, 1. April 2008

Frühlingsfrisch


Ich habe dem Winter endgültig adé gesagt.

Mein Wohnzimmer in ein frühlingsfrisches Grün gewandet


und mit roten Kissen garniert.


Ich lasse die Vögelchen fliegen


und die Veilchen blühen.


Und während Psyche Cupids Garten betritt (John William Waterhouse)


schmückt sich Venus.


Im himmelblauen Frühlingszimmer wird herrlicher Kuchen serviert und hier...


Oh dear me!
Let them have the cream, its springtime!


Freitag, 28. März 2008

Spiel mir das Lied!

Vor einem Besuch bei Freunden sollte man sich hinreichend über die im Haus befindlichen Musikinstrumente und deren Gebrauch informieren.

In meinem Fall wurde ich erst mit einem freundlichen Lächeln in die Wohnung gelockt...


und mit einer selbstgemachten Schokotarte zu einem harmlosen Kaffeeklatsch gebeten.


Bei der anschließenden Wohnungsbesichtigung wurde ich, wie hier leicht zu erkennen, vom Anblick eines neuen Klaviers überrascht.


Mir zur Ehren ließ sich die Gastgeberin


zu einer Romanze von Herrn Beethoven hinreißen.


Damit die Finger spielerisch über die Tasten fliegen,


ist eine unverkrampfte Fußhaltung oberstes Gebot.


Bei der Schlußverbeugung ließ sich der unaufhaltsame Trend mancher Konzertpianistinnen zu legerer Kleidung leicht erkennen.


Wobei einige von Ihnen auch in späteren Jahren noch eine ungeheuere Gelenkigkeit zur Schau stellen.


Bravooooo!


Bravissimo!!!!!!!



Dienstag, 25. März 2008

Nein!


Jetzt bitte keinen Schnee mehr!

Donnerstag, 20. März 2008

Who did it?

Die Frage, ob die Ostereier von Hühner oder


Osterhasen gelegt, bemalt und


an Sträucher gehangen werden, konnte bisher
wissenschaftlich nicht geklärt werden.


Fest steht,

dass die Langohren an stürmischen Ostertagen ihren Platz gerne auf der warmen Fensterbank einnehmen,


oder ihr Nest mit anderen Lebewesen teilen.


Wobei sie auch vor dummen Schafen nicht halt machen.


Frohe Ostern!

Freitag, 14. März 2008

In Erwartung...



Blauer Himmel und weiße Blüten,
ein göttliches Vergüten,
liegt über aller Welt.
Es ist ein himmlisch Hüten,
das uns in Armen hält.

Weiß nicht, wohin mich´s leite,
weiß nicht, wohin ich schreite.
Mein Herz ist wohl bestellt,
ich wandre in die Weite,
wohin es Gott gefällt.
der hat mit tausend Blüten,
mir meinen Weg erhellt.

(Otto Julius Bierbaum)

Dienstag, 11. März 2008

Und noch kein Ende in Sicht!

Hier die aparte Creation "Fleure au casserole".

Das weiße Wollknäuel war wohl doch zu groß:-)

Mittwoch, 5. März 2008

Aus dem Hause Musenkind


Die neue Frühlingscollektion ist eingetroffen!

Häkeltasche "Nordseeblüten"


Häkelschal "Nordseehimmel"


Sofakissen "Nostalgie"


Und für die Älteren unter uns:

Unsere dezente Anti-Lifting-Kappe "Durchblick" im Zusammenspiel mit der aparten Doppelkinnverblendung "Moppel" im frühlingsfrischen Häkellook.