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Donnerstag 4. März 2010


Ein "ungeheuerliches" Wochenende.


Mit einem dramatischen Lied begann sie...


die Geschichte vom sagenumwobenen Wassermann Roggenbuk.


Eindrucksvoll von Klaus Ebersberg erzählt.
Und von ein paar tollkühnen Schauspielern, die der Kälte trotzten in Szene gesetzt.


Roggenbuk, das schreckliche Seeungeheuer, das auf einer Harfe aus Menschenknochen so schön spielte, dass es jeden Zuhörer in den Bann zog. Berauscht von den Melodien hielten die Menschen inne und wurden vom Wassermann in die Tiefe gezogen.


Bald traute sich niemand mehr in die Nähe der Siechenbuch. Die Gegend verödete und die Fischer zogen nichts mehr an Land. Bald litten die Menschen unter großer Not und auch dem Wassermann Roggenbuk erging es schlecht, erhielt er doch jetzt keine Menschenknochen mehr. Also einigte man sich auf einen Kompromiss. Das Ungeheuer ließ die Menschen in Ruhe bekam dafür aber jedes Jahr eine Jungfrau geopfert.
Das ging viele Jahre so, bis ihn schließlich ein fremder Ritter tötete. Seit dieser Zeit liegt der Wassermann versteinert auf dem Meeresboden. Aber wehe, wenn die Sturmflut ihn wieder zur Küste zurücktreibt...


Die vergnügliche Theateraufführung lockte viele Travemünder, trotz des kalten, feuchten Wetters, ans Traveufer.
Wir freuen uns auf Weiteres!



Donnerstag 4. Februar 2010

!

Selbst einem großen Theatergeist mit funkelndem Witz, warmen Humor und Menschlichkeit kann solches ereilen:

Kritik nach dem amüsant geistreichen Stück "Das Haus in Montevideo":

Aus jeder Zeile dieses Stückes von Curt Goetz ist ersichtlich,
was für ein gemeiner Jude der Autor ist.

Antwort:

Sehr geehrter Herr,
ich bin zwar kein Jude, wenn ich aber daran denke, dass Sie auch keiner sind, möchte ich lieber einer sein.


Zu finden in:
Memoiren
Curt Goetz und Valérie von Martens


Dienstag 2. Februar 2010

Nathan der Weise
Eine Kostprobe



Gestern öffnete das Ensemble des Lübecker Stadttheaters für eine Stunde seinen geschützten Probenraum und ließ das Publikum Einblick nehmen in das, kurz vor der Premiere stehende,
Stück "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing.


Wir befinden uns in Jerusalem zur Zeit des 3. Kreuzzugs. Als der edelmütige Kaufmann Nathan von einer Geschäftsreise zurückkehrt erfährt er, dass sein Haus während seiner Abwesenheit abgebrannt ist und seine Pflegetochter Recha von einem Christen aus der Feuerbrunst gerettet wurde.
Nathan will nun mit dem Retter eine Freundschaft eingehen, dieser jedoch ist ablehnend, da Nathan ein Jude ist. Gleichzeitig spürt der Tempelherr eine aufkeimende Liebe zu Recha, der Tochter Nathans...
In Laufe vieler Verwicklungen stellt Sultan Saladin Nathan die Frage nach der rechten Religion. Nathan antwortet mit der sogenannten "Ringparabel".



Ein reicher Mann im Osten besaß einen Ring, der die geheimnisvolle Auswirkung hatte, 'vor Gott und Menschen angenehm zu machen, wer ihn mit Zuversicht trug'. Er hatte drei Söhne und vererbte jedem von ihnen einen Ring, der dem echten völlig gleich war, so daß keiner der Söhne wußte, wer den echten Ring besaß. Alle drei wurden von einem weisen Richter schließlich belehrt, jeder sollte so handeln, als wäre der echte Ring sein eigen...


Der Sultan überwältigt von der in der Parabel enthaltenen Aufforderung zu Toleranz und Menschlichkeit lässt Nathan zu seinem Freund werden. Der Gang der Handlung besteht nun in der Aufklärung der verwandschaftlichen Verhältnisse der Personen untereinander, die alle miteinander verwoben und vom Leben zusammengeführt sind.


Das Ensembles des Lübecker Stadttheaters beeindruckte mit einer außergewöhnlichen Inszenierung.
(zum Vergrößern Bilder bitte anklicken.)


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